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Ist die Gemeinde ein Auslaufmodell?

Gestern Abend fiel der Startschuss der Zukunftswerkstatt: Die Gemeinde Gampel-Bratsch lud zu einer öffentliche Podiumsdiskussion ein. Gemeindepräsident Konrad Martig eröffnete den Abend, hiess die rund 100 Gäste willkommen und übergab das Wort Roger Brunner, dem Leiter der Oberwalliser Redaktion von Kanal9. Dieser moderierte den Anlass und führte gekonnt durch den Abend.

Der erste Beitrag kam von Gastredner Angelo Rizzi mit seinem Impulsreferat. Herr Rizzi war neun Jahre Gemeindepräsident von Luzein (GR) und bis zum letzten Jahr während 10 Jahren als Grossrat im Kanton Graubünden tätig. Er sprach über den klar ersichtlichen Trend der Gemeindefusionen im Kanton Graubünden. Als Beweggründe nannte er einerseits den Wunsch nach Professionalisierung der Verwaltung und Probleme bei der Besetzung der öffentlichen Ämter. Er bemerkte aber auch, dass vermehrt ein echtes Bedürfnis für eine engere Zusammenarbeit und die Nutzung von Synergien besteht. Themen seien dabei z.B. die Zusammenlegung von Werkdiensten, Schulen und Tourismusorganisationen. Er zeigte anhand der Beispiele „Prätigau“ und „Val Müstair“ auf, dass solche Entwicklungen unterschiedlich verlaufen und dennoch erfolgreich sein können. Wichtig bei einer Fusion sei, dass die Gemeinden sich gegenseitig als Partner ernst nehmen und zwar unabhängig von der Grösse, Finanzkraft und Lage. Um dies zu erreichen, brauche es bei den Verantwortlichen viel Einfühlungsvermögen, und bei der Bevölkerung Offenheit für das Ablegen alter Traditionen, die einer Entwicklung hinderlich seien.

Anschliessend begrüsste Moderator Roger Brunner die illustren Gäste der Podiumsdiskussion: die Gemeindepräsidenten Philipp Schnyder (Steg-Hohtenn), Christian Jäger (Turtmann), Beat Rieder (Talratspräsident Lötschental), Christian Imsand (Obergoms), Niklaus Furger (Visp) und Konrad Martig (Gampel-Bratsch) sowie Fachspezialist Pascal Intermitte (Beratungsbüro BPT). Die Diskussion war sehr spannend und kurzweilig. Es kamen diverse Meinungen zum Ausdruck und die Besucher merkten schnell, dass die Aufgaben der Gemeinde zwar überall dieselben sind, aber die Herausforderungen unterschiedlich sein können, vor allem wenn man die Ballungszentren mit den kleineren (Berg-)Gemeinden vergleicht. Grundsätzlich waren sich aber alle einig, dass eine Fusion nur dann Sinn macht, wenn diese von der Bevölkerung unterstützt wird, und für beide Parteien daraus Vorteile entstehen.

Zum Abschluss lud die Gemeinde Gampel-Bratsch noch zu einem Aperitif ein und es bot sich die einmalige Gelegenheit, das Thema mit den Anwesenden zu vertiefen.

Kurz: Es war ein gelungener Auftakt zu unserer Zukunftswerkstatt. Und heute werden wir gemeinsam die Prioritäten für die kommenden Jahre definieren und daraus das Leitbild erarbeiten. Mitbestimmen können die Bewohner von Gampel-Bratsch von 10h00 bis 15h00. Wir freuen uns auf eine möglichst hohe Beteiligung!

Fotos vom Freitag, 30. März 2012

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